Studie: 20% der deutschen Städte sind Stromverschwender

Autor: Bjoern

Durchschnittlich verbrauchen die Deutschen jährlich 1.852 kWh Strom pro Kopf. Doch es gibt große Unterschiede: So leben die größten Stromverschwender Deutschlands in Städten wie Aschaffenburg, Oldenburg und Osnabrück.

Das ergab eine umfangreiche Auswertung in 120 Städten des Strom- und Produktvergleichsportals www.preisvergleich.de (2,7 Mio. Nutzer im Monat). Grundlage für die Auswertung bilden rund 120.000 stichprobenartig ausgewählte Strom-Vertragsabschlüsse für den Zeitraum 2009 bis 2011, die online über preisvergleich.de bei den Stromversorgern abgeschlossen wurden.

Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Haushaltsgrößen, welche das Statistische Bundesamt oder die Statistischen Landesämter ausweisen, wurde aufgrund der Vertrags-Angaben der Pro-Kopf-Stromverbrauch pro Stadt ermittelt. Die Ergebnisse klassifizieren sich in drei Gruppen: „Stromsparer“ verbrauchen zehn Prozent weniger (< 1667 kWh) als der ermittelte Durchschnitt. „Stromverschwender“ liegen um zehn Prozent darüber (> 2037 kWh). Die Normal-Stromverbraucher sind im Mittel.

Die Ergebnisse: Die Aschaffenburger verbrauchen fast ein Viertel mehr Strom als der deutsche Schnitt. Ähnlich sieht es in Oldenburg (+22,3%), Osnabrück (+22,1%) und Ludwigshafen (+20,7%) aus. Weitere Stromverschwender sind: Regensburg, Trier, Bamberg, Aachen, Wolfsburg, Erlangen, Saarbrücken, Bayreuth, Karlsruhe, Passau, Celle, Darmstadt, Fürth, Hannover, Reutlingen, Marburg, Hanau, Moers, Münster und Straubing. Als größte Stromverschwender sind die Städte von Niedersachsen und dem Saarland analysiert worden. Demnach verbrauchen die saarländischen Bewohner ein Drittel mehr Strom als die Thüringer.

Allerdings geht es auch anders. So sind interessanterweise ausgerechnet die Bürger der Städte mit dem höchsten durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen oftmals sparsamer beim Stromverbrauch und konnten im Test zumindest in einem guten Mittelfeld abschließen. Hierzu gehören beispielsweise die Bewohner von Frankfurt am Main (-4,0%), Hamburg (-4,5%), München (-8,5%) oder Stuttgart (-8,5%).

Das Prädikat „Stromsparer“ können sich 17 Prozent der untersuchten Städte ans Ortsschild heften. Hierzu gehören insgesamt 20 Städte: Dresden (-10,2%), Leverkusen (-10,2%), Leipzig (-10,4%), Zwickau (-12,5%), Kiel (-12,6%), Cottbus (-12,7%), Ingolstadt (-14,3%), Dessau-Roßlau (-16%), Frankfurt/Oder (-16,7%), Baden-Baden (-16,8%), Pirmasens (-18.8), Magdeburg (-19.7%), Rostock (-20,7%), Suhl (-21%), Jena (-21,5%), Schwerin (-21,7%), Garmisch-Partenkirchen (-22,9%), Erfurt (-24,9%), Gera (-24,9%) und Neubrandenburg (-25,1%).

In einigen dieser Städte fällt zumindest auf, dass auch das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen niedriger als im deutschen Durchschnitt ist. Das heißt: Es könnte sein, dass auch das zu einem umweltfreundlicheren Konsum führt. Aber: „Gerade in Ost-Deutschland gehen die Bürger häufig auch aus Tradition sparsamer mit Ressourcen um, also auch mit Energie, als im Westen. Das lässt sich leicht auch an den häufig kühleren Wohnungen in Ostdeutschland bemerken, als den oft (über)heizten westdeutschen“, so Dr. Konstantin Korosides von preisvergleich.de.

Im Schnitt lässt sich sagen: In den Städten mit den meisten „Stromverschwendern“ verdienen die Bürger im Mittel etwas mehr als der deutsche Durchschnitt – rund 5,5%. Der relativ niedrige Wert bedeutet aber auch: Es gibt zahlreiche „Stromverschwender“, die eigentlich eher unterdurchschnittlich verdienen. Dass Wohlstand nicht grundsätzlich zu verschwenderischem Stromverbrauch führen muss, zeigen Städte wie Ingolstadt (-14,3% unter dem deutschen Stromverbrauch) oder Leverkusen (-10,2%). Hier verbrauchen die Bürger trotz eines überdurchschnittlich hohen jährlichen Brutto-Einkommens  (37.780 € bzw. 32.936 €) relativ wenig Strom.

Auf der anderen Seite stehen Städte, die sogar bei einem leicht unterdurchschnittlichen Einkommen einen überaus hohen Stromverbrauch aufweisen. Hierzu gehören zum Beispiel Oldenburg (+22,3%), Trier (+19,4%), Moers (+11,0%) und Straubing (+10,0%). Klarer wird es in der Gruppe der zweifelsfreien „Stromsparer“. Hier verfügen die Haushalte im Schnitt auch um 9,9% weniger Geld. Bei der preisvergleich.de-Erhebung ist zu beachten, dass sie lediglich eine Tendenz aufzeigen möchte, aber keinen Anspruch auf Signifikanz bis auf die letzte Kommastelle hat.

Quelle: Pressemitteilung

       
  • Wer wirklich mal sparen will, sollte eben nicht nur beim Preis schauen, sondern auch bei seinem eigenen Verbrauch. Schließlich ist nichts kostenlos, richtig?!

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