Microsoft forscht an Atom-Server
Autor: Bjoern
Bei Energieeffizienz im DataCenter geht es um wesentlich höhere Summen, als im Privatbereich. Wo der Home-User maximal einige hundert Euro pro Jahr sparen kann, da sind es bei großen Server-Farmen tausende pro Monat. Im Zuge dessen hat Microsoft Research einen Server-Cluster aus Intel Atom-Boards gebaut, der Strom fressende Server ersetzten können soll. Soweit ist das erstmal nichts Besonderes.
Server auf Basis vieler kleiner Atom-Boards haben vorher auch schon andere gebaut. Aber Microsoft ist Softwarehersteller, und das zeigt sich auch hier wieder: Das Besondere an diesem Atom-Cluster aus 50 Mini-ITX Atom-Boards ist eine spezielle Software Namens Marlowe, in Anlehnung an Raymond Chandlers Roman “Der Große Schlaf” über Privatdetektiv Philip Marlowe.
Marlowe kann selektiv einzelne Atom-Board des Clusters in den Standby-Modus versetzen und so den Verbrauch des Gesamtsystems drastisch reduzieren. Das erscheint auf den ersten Blick recht simpel, hat aber diverse Fallstricke: Die schlafenden Systeme müssen schnell wieder aufgeweckt werden können, falls beispielsweise die Serverlast plötzlich ansteigt. Die Reaktionszeit der Atom-Rechner liegt hier zwischen 5 und 45 Sekunden. Werden die Rechner zu spät geweckt, könnte dies also zu einer deutlich spürbaren Verlangsamung des Systems führen. Um trotzdem immer gleich bleibende Performance zu bieten benutzt Marlowe lernfähige Algorithmen um Lastspitzen zu erkennen und so frühzeitig darauf zu reagieren.
Mit Marlowe sollen so günstige und Strom sparende Server möglich werden, die eine stets gleich bleibende (gespürte) Performance bieten.
Quelle: NYTimes.com, Microsoft Research




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