Wie grün ist grün? – Green-PC-Angebote unter der Lupe

Autor: Bjoern

« Zurück Weiter »

Anleitung zum erfolgreichen Angebot eines grünen PCs

Einige Dinge sind uns bei mehreren oder sogar allen der Angebote und Webseiten aufgefallen, aus denen wir zusammengenommen eine kleine, vielleicht nicht ganz ernstzunehmende Anleitung erstellt haben, wie man “erfolgreich” und ohne allzugroßen Aufwand einen grünen PC verkauft.

Schritt 1: Nomen est Omen

Der erste Schritt zum Angebot eines “grünen” Computers ist der Name – wenn im Namen nicht schon ganz klar herausgestellt wird, dass es sich um einen sparsamen Computer handelt, dann könnte man die angebotenen PCs glatt für ganz normale Computer halten. Wer einen Umwelt-PC kauft, weiß doch sofort, dass er nicht nur einen schicken neuen Computer bekommt, sondern dabei auch noch etwas gegen die drohende Klimakatastrophe unternimmt. Und wer sich “grün” auf die Fahne schreiben will, der rüstet seine Büros mit Rechnern der Greenline aus. Das macht sich auf der Webseite prima: “In Verantwortung gegenüber der Umwelt und folgenden Generationen setzten wir selbstverständlich auf Produkte der Greenline“.

Schritt 2: Rebranding

Man kann einen grünen PC selbst zusammenstellen (dazu mehr in Schritt 3), oder man schaut sich einfach vorzugsweise auf dem Mini-PC-Markt um und bietet dann bestehende Systeme unter anderem Namen (siehe Schritt 1) an. Atom-Systeme sind momentan gefragt und in vielfältigen Ausführungen erhältlich. Atom in Kombination mit NVidias ION ist noch mehr in. Und es ist kein aufwändiges Rebranding nötig: Der neue Name muss ja lediglich auf der Webseite existieren. Wer will könnte einen Aufkleber mit dem “grünen” Namen auf das Gehäuse kleben, aber wie gesagt, das ist kein Muss.

Schritt 3: Komponenten mit irgendetwas “Grünem” im Namen verwenden

Wenn es kein einfaches Rebranding bzw. Reselling sein soll, dann auf jeden Fall möglichst viele Komponenten in den Computer stecken, die von sich aus irgendetwas “grünes” im Namen haben. Also vorzugsweise einen Athlon der Energy Efficient Reihe, Festplatten in deren Namen EcoGreen oder Green Power vorkommt und auch beim Netzteil kann soetwas nicht schaden. Die entsprechenden Namensbestandteile lassen sich dann in der Produktbeschreibung hervorheben (z.B. in grün). Das zeigt dann nocheinmal, wie grün doch der gesammte PC sein muss, wenn er schon aus grünen Komponenten besteht. Bei allen anderen Komponenten gilt: Lieber nicht allzusehr darauf eingehen.

Schritt 4: Buzzword-Bingo

Die Buzzwords bloß nicht vergessen! Ok, mit Schritt 1 und 3 dürften schon einige vorhanden sein, aber da geht mehr! Green-IT ist quasi ein Muss, aber wie wär’s mit nachhalting, ökologisch, Leistungseffizienz, neueste Technologien, Klimakatastrophe, Stromsparend und CO2-Emissionen? Dabei bitte nicht die sonstigen Eingeschaften des PCs vergessen: FullHD, HDMI, Mutlimedia, Notebookfestplatte, High Definition Audio, Super-Silent und so weiter. Zitate zum Thema Green-IT und/oder Stromverbrauch von PCs sind auch nett.

Schritt 5: Der Verbrauchs-Vergleich

Um nocheinmal zu untermauern, wie sparsam der angebotene Computer ist, empfiehlt sich der Verbrauchs-Vergleich. Die einfache Variante: “Bis zu X Prozent weniger Stromverbrauch als ein herkömmlicher PC.” – Herkömmlicher PC ist so schön schwammig, da kann man fast alles für X einsetzten (aber bitte nicht übertreiben). Den Verbrauch des Computers sollte man immer mit dem niedrigsten Verbauch im Idle-Zustand angeben. Etwas (aber auch nur etwas) mehr Aufwand ist ein Stromrechner auf der Webseite, der ganz “genau” zeigt, um wie viel weniger das Angebot verbraucht und wie viele Euro pro Jahr es spart.

So, und jetzt geht es aber endlich weiter mit den Angeboten der “getesteten” Webseiten.

« Zurück Weiter »
       
  • [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Hilfe RT, PRONETIX erwähnt. PRONETIX sagte: Wie grün ist grün? Green-PC-Angebote unter der Lupe http://is.gd/4jfJ3 #green-it #umwelt #hardware #hilfe [...]

  • J

    Wie wäre es wenn ihr regelmäßig mal aktuelle green PCs zusammenstellen würdet? Einfach mal aktuelle Komponenten sammeln und einen Durchschnittspreis / -verbrauch errechnen. Als Vorschlag für Menschen die solch einen PC suchen?

  • Die Idee hatten wir auch schon und sind auch dabei das umzusetzen – bis wir aber endlich mal einen “GCP Green PC” vorschlagen können wird es noch ein wenig dauern – vorwiegend weil wir viel zu viele Ideen haben und diese versuchen umzusetzen. Aber er wird kommen, unser Vorschlag zum Green PC.
    Bis dahin (und auch dann) sind Vorschläge, Ideen und Fragen dazu im Forum herzlich willkommen.

  • Schnuffel

    Zitat: “In den Classic.Green verbauen wir weiterhin nur, die eigentlich für den Notebookmartk entwickelten, 2,5 Zoll Festplatten (…) — Löblich, aber um was bitte handelt es sich bei dem speziell entwickelten Adapter-System? Und leider wird auch nicht verraten, welche 2,5″ HDD verbaut wird. ”

    Doch steht bei „Technische Daten“ und zwar die: 250GB 2,5″ SATA Festplatte (Seagate)

    Ist das jetzt gut oder nicht? Leider findet man kaum Angebote und Tests für ÖKO PCs und selber bauen ist auch nicht so mein Ding. Da werd ich mir wohl den Classic Green bestellen (müssen). Es mag bessere Möglichkeiten geben aber woher nehmen?

  • Naja, es gibt eben leider nicht einfach “die” 250GB 2,5″ SATA Festplatte von Seagate, sondern verschiedene die darauf passen würden, und wenn schon damit geworben wird, dann wäre eine exakte Angabe schön.

    Wirklich schlecht sind die PCs nicht, aber bei weitem nicht so grün, wie sie vorgeben zu sein. Wenn Du Hilfe bei der Entscheidungsfindung suchst kannst Du gerne einen Thread im Forum dazu eröffnen. Am besten Du beschreibst erstmal was Du damit machen möchstest, bzw. was Dein Wunsch-PC können sollte, denn die Entscheidung ist erstmal die wichtigste.

  • Ich werde mir die mal anschauen, aber auf den ersten, flüchtigen Blick sehen auch die aus als wenn das Green mehr Schein als sein ist.

  • Schnuffel

    Einen Thread eröffnen lohnt nicht. Nach Lage der Dinge werde ich bei Lions Computer diesen PC:
    http://www.lionsmedia.de/Stromsparender-PC/Green-PC/Black-Hawk::26379.html

    für 329,- € in der Basiskonfiguration bestellen. Das ist was die verbauten Teile betrifft fast dasselbe wie beim Classic Green, aber 110 € günstiger. Eventuell werd ich mir noch einen 1 GB Arbeitsspeicher billig organisieren und das Ding aufrüsten. Der Mehrpreis im Lions PC – Konfigurator für größeren Arbeitsspeicher und manches andere scheint unangemessen.

    Was der PC alles können sollte weiß ich nicht so genau. Kein Notebook, Spiele nicht, aber etwas flexibel möchte ich schon sein. Einen Mini PC mit Atom möchte ich deshalb auch nicht und es gibt wie schon geschrieben kaum Alternativen, wenn man mit der Priorität Strom zu sparen einkaufen möchte. Bei Mediamarkt und so macht da keiner Werbung mit. Der Aufwand etwas zu finden oder das Fachwissen zu erwerben sich im Versandhandel selber einen gut abgestimmten PC (kostengünstig) zusammenzustellen scheint auch nicht angemessen. Alle möglichen PC Angebote zu untersuchen ist auch fragwürdig weil die Einzelteile zumeist gar nicht genau angegeben werden. Bei den wenigen “grünen PCs” die angeboten werden hat man als Laie wenigstens etwas die Sicherheit das keine stromfressenden Komponenten verbaut werden und alles (etwas) aufs Strom sparen abgestimmt ist. Ein Computerfachmann mag manches kritisch sehen, aber als Laie sieht man sonst gar nichts.

    Tschüss

  • Ich muss Dir recht geben, für den Laien sind die meisten Angebote sehr undurchsichtig und es ist schwierig sich ohne Vorkenntnisse damit zu beschäftigen und einzulesen. Es wird Zeit, dass wir es endlich mal schaffen unsere Empfehlungen zusammenzustellen.

    Zum Lions-Angebot: Schlecht ist der Rechner nicht unbedingt und sparsam dürfte er auch sein, aber er ist auch nichts wirklich besonderes – es sind die Details und das Bewerben als ach so “grün” die ein wenig stören. Wenn es auch teurer sein darf, dann würde ich momentan ein System mit z.B. einem Intel Core i5 661 empfehlen, das würde aber sicherlich über dem Preis für den AMD-Rechner liegen. Man könnte grob sagen: Intel ist sparsamer, AMD billiger. Bei einem AMD-System (gerade mit einem Athlon II oder Phenom II) sollte es ein Board mit DDR3-RAM und AM3-Sockel sein (z.B. 785G-Boards – die 780G haben einen AM2+ Sockel und unterstützen meist nur DDR2-RAM). DDR3 ist nicht nur schneller sondern auch sparsamer und AM3 bietet mehr Stromsparfunktionen als AM2+. Der Lions-PC hat übrigens scheinbar ein 780G-Board (was man aber auch erst sieht, wenn man den Konfigurator startet).

  • Hm, ich würde ja eventuell ein Intel Core i5 661 mit einem 80+ Gold Netzteil, DDR3-RAM, einer sparsamen Notbook oder sonstigen „Green Line“ Festplatte und sowieso einem sparsamen Mainboard mit integriertem Grafikkern kaufen.

    Dass Problem ist nur: Ich finde keinen Shop der mir eine größere Auswahl Öko – PCs anbietet. Oder der überhaupt einen stromsparenden PC bewirbt der nicht diese AMD Dinger drin hat. Abgesehen von diesen Nettops mit beschränkter Nutzbarkeit die ich auch nicht möchte.

  • Das Problem mit den “Fehlenden” Intel-Öko-PCs mag daran liegen, dass Intel kaum extra sparsame Versionen seiner CPUs anbietet (mal abgesehen von Mobil-CPUs), AMD aber schon. Und es klingt besser, wenn man einen PC mit einer “Energy Efficient” CPU ausstatten kann, als mit einer ganz normalen, die aber sowieso schon sparsamer ist.

Neuen Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht


*



Folgende HTML-Tags können im Kommentar verwendet werden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



Unprintable Blog

Bitte drucken Sie diese Webseite nicht

Unnötiges Drucken verursacht nicht nur unnötige Kosten für Papier und Tinte/Toner. Produktion und Transport dieser Verbrauchsmaterialien hat auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Jede nicht ausgedruckte Webseite hilft die Papierverschwendung zu reduzieren und damit die Umwelt zu entlasten.

Benutzen sie statt dessen bitte den PDF-Download auf der Seite, die Sie drucken wollten.

Powered by "Unprintable Blog" für Wordpress - www.greencp.de