Aus 1 mach 2 – Desktop-Virtualisierung für zu Hause (Multiseat)
Autor: Bjoern
Zu zweit im Internet surfen, eMails lesen oder Texte schreiben, und das an nur einem Computer? Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Zum Beispiel werden mit dem Userful Multiplier für Linux oder der Userful Live CD sowie zwei Monitoren, Mäusen und Tastaturen aus einem PC zwei PCs. Auch mit Windows ist dies kein Problem, aber teurer.
Eine kleine Einführung: Was ist Virtualisierung / Multiseat?
Geht es um Green IT, dann ist das Thema “Virtualisierung” nicht weit entfernt. Der Grund dafür mag auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich sein, ist aber eigentlich recht naheliegend: Die meiste Zeit, während ein Computer läuft, hat er eigentlich nichts zu tun, sondern befindet sich im so genannten Idle-Zustand. Das trifft insbesondere auf Webserver zu, von denen der Trend zur Virtualisierung am stärksten ausging.
Aber eins nach dem anderen: Auch wenn er nichts zu tun hat, verbraucht ein Computer Strom. Je nach Computer sogar eine ganze Menge. Statt nun beispielsweise zehn einzelne Rechner Energie für nichts verbrauchen zu lassen, bietet es sich an, einen einzelnen Rechner zehn virtuelle Computer simulieren zu lassen. Nach “außen” hat es weiterhin den Anschein, als wären zehn Computer vorhanden.
So verbraucht nur noch ein Computer Strom, es wird weniger Platz benötigt und es entsteht weniger Abwärme, was für Rechenzentren besonders wichtig ist. Probleme können dann entstehen, wenn alle zehn virtuellen Maschinen gleichzeitig viel Rechenzeit benötigen, schließlich steht nur noch die Rechenpower eines einzelnen Computers für alle zur Verfügung. Deshalb sollte man sich gut überlegen, für welchen Zweck Virtualisierung eingesetzt werden soll.
An dieser Stelle soll es aber nicht um Virtualisierung im Allgemeinen und deren Vorteile gehen, sondern um Desktop-Virtualisierung, speziell um Multiseat-/Multiterminal-Systeme. Denn was mit Servern möglich ist, funktioniert auch mit ganz normalen Arbeitsstationen (und eigentlich ist Desktop-Virtualisierung sogar viel älter als Server-Virtualisierung – Stichwort: Thin-Clients). Und mit der richtigen Soft- und Hardware können mehrere Personen einen einzelnen Computer gleichzeitig benutzen; ganz so, als würde es sich um mehrere Rechner handeln. Dies wird auch als Multiseat- beziehungsweise Multiterminal-System bezeichnet, und genau das ist Thema dieses Artikels.
Multiseat-System sparen gleich in mehrfacher Hinsicht:
- Die Anschaffungskosten sind geringer: Nur ein Computer muss angeschafft werden, lediglich Maus, Tastatur und Monitor sind für jeden Arbeitsplatz notwendig. Für die Umwelt bedeutet dies außerdem, dass weniger Computer hergestellt werden mussten und irgendwann auch weniger entsorgt werden müssen.
- Die Stromkosten sinken: Statt mehreren Computern verbraucht nur noch einer Strom. Zwar ein wenig mehr, als würde nur ein Benutzer daran arbeiten, schließlich verursachen mehr Benutzer auch mehr Rechenlast. Aber je mehr Benuzter sich den Computer teilen, desto größer ist das Einsparpotential.
- Geringerer Wartungsaufwand: Es muss nur noch ein Rechner installiert und eingerichtet werden und nicht mehrere. Dies kann allerdings auch Schattenseiten haben: Fällt der Rechner aus, fallen gleich alle darüber laufenden Arbeitsplätze aus und nicht nur ein einzelner.



Das alles is gut, aber ich breuchte ein programm für windows für die firma das nichts kostet . Weis zufällig wer obs das als freewear gibt?
Alle Multiseat-Tools für Windows, die wir finden konnten, sind leider kommerzielle Produkte, die höchstens als Testversion kostenlos verfügbar sind (Links dazu sind im Webkatalog zu finden). Auch eine neue Suche blieb leider erfolglos. Ich glaube, gerade für den Firmeneinsatz, führt da kein Weg an Unkosten vorbei – oder an einem Umstieg auf Linux bei den betroffenen Systemen.